Durch eine souveräne Vorstellung übersprang der 1. FC Nürnberg die Hürde Dynamo Dresden mit 3:0 (2:0) und steht in der 2. Runde im DFB-Pokal. Das Duell der Traditionsmannschaften war nach zehn Minuten eine einseitige Angelegenheit. Der Club machte nach anfänglichen Schwierigkeiten einen Klassenunterschied deutlich und hätte bei besserer Chancenverwertung auch höher gewinnen können. Dresden präsentierte sich löchrig in der Abwehr und harmlos im Angriff.
Déjà-vu bei Dynamo Dresden: Trainer Ruud Kaiser schickte im dritten Pflichtspiel der Saison zum dritten Mal die gleiche Startelf auf das Feld. Also keine personellen Veränderungen gegenüber dem 1:0-Sieg beim SV Wehen Wiesbaden. Beim 1. FC Nürnberg fehlte der leicht angeschlagene Boakye. Für den Ghanaer begann Bunjaku, während Rückkehrer Charisteas ebenso wie Neuzugang Broich auf der Bank saß. Mit dem jungen Gündogan stand der Gewinner der Vorbereitung in der Startelf.
Vor stimmungsvoller Kulisse begannen die beiden Traditionsmannschaften ohne große Abtastphase. Allerdings brachten die Offensivbemühungen zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Doch mit dem ersten gelungenen Angriff ging der Bundesligist in der 12. Minute in Führung. Der schnelle Diekmeier kam auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durch, seine scharfe Hereingabe verwandelte Kluge eiskalt zum 1:0 für den viermaligen Pokalsieger.
Die Führung verlieh den Franken die nötige Sicherheit, während Dresden durch den Rückstand sichtlich geschockt wirkte. Beim Kaiser-Team lief wenig zusammen, selbst einfache Pässe misslangen. So hatte die immer sicherer stehende Club-Abwehr keine Mühe, die harmlosen Angriffe Dynamos abzuwehren. Der Bundesligist witterte seine Chance und setzte nach. Nach einem abgefälschten Gündogan-Schuss konnte Keller den Ball nicht festhalten, Mintal war schneller als Oppitz und schoss mit links zum 2:0 für Nürnberg ein (25.).
Nürnberg hatte nun bis zur Pause leichtes Spiel und hätte bei besserer Chancenverwertung sogar noch nachlegen können. Doch Keller verhinderte gegen Mintal mit einer Glanzparade einen höheren Rückstand seiner Elf (34.), Eigler (45. + 2) scheiterte nach einer Ecke nur knapp. Auf der anderen Seite musste Keeper Schäfer im ersten Durchgang kein einziges Mal ernsthaft eingreifen.
Dresden begann den zweiten Abschnitt mit Gerrit Müller für Dobry, bei Nürnberg ersetzte Risse Mnari. Auf dem Feld änderte sich dadurch aber wenig. Dresden fand keine Lücke in der Club-Defensive, und der Bundesligist startete immer wieder vielversprechende Konter. So in der 49. Minute, als Risse den Ball klasse auf Bunjaku durchsteckte. Der Schweizer hatte freie Bahn, verzog aber und vergab so die vorzeitige Entscheidung.
Diese fiel dann in der 53. Minute. Ein Mintal-Freistoß von der Strafraumgrenze blieb in der Dresdner Mauer hängen. Dynamo brachte den Ball aber nicht aus der Gefahrenzone, Gündogan kam an den Ball, versetzte Wagefeld und vollendete mit rechts ins rechte untere Toreck.
Die Moral der Sachsen war damit endgültig gebrochen. Club-Trainer Michael Oenning nutzte anschließend die Gelegenheit und verschaffte Broich (für Bunjaku) und Charisteas (für Gündogan) Spielpraxis.
Die Partie plätscherte nun so dahin. Nürnberg machte nicht mehr als nötig, Dresden hatte nichts mehr hinzuzusetzen. Immerhin zwang der eingewechselte Trehkopf Schäfer in der 68. Minute endlich zu einer ersten Parade. Recht viel mehr ließ die Club-Abwehr dann aber nicht mehr zu.
Nürnberg zeigte noch einige schöne Angriffszüge, doch die letzte Konsequenz fehlte nun. So bei Eigler in der 71. Minute und bei Broich in der 83. Minute, die den Ball jeweils freistehend weit über das Dresdner Gehäuse jagten. Bis zum Schlusspfiff änderte sich nichts mehr am 3:0 für Nürnberg, das am Ende auch in dieser Höhe völlig verdient war.
Für Dynamo Dresden geht es am kommenden Samstag in der 3. Liga mit dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen weiter. der 1. FC Nürnberg erwartet zum Auftakt der Bundesliga im Duell der "Altmeister" ebenfalls am kommenden Samstag den FC Schalke 04.
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