Nach torlosen ersten 45 Minuten gelang dem FC Bayern München durch eine Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt ein knapper 2:1-Sieg gegen den Rivalen aus Nürnberg. Die Franken hätten den Münchnern fast den "Wiesn"-Auftakt verhagelt, schafften spät den Ausgleich. Doch der Rekordmeister wusste sich in der Schlussphase noch einmal zu behelfen.
Bayerns Trainer Louis van Gaal beließ seine Startelf nach dem 3:0-Erfolg gegen Haifa in der Champions League fast unverändert. Lediglich der Franzose Ribery saß zunächst wieder nur auf der Bank, Gomez durfte für ihn beginnen. Nürnberg feierte mit dem 1:0-Heimsieg gegen Gladbach den ersten Saisonsieg. Trotzdem tauschte Trainer Michael Oenning zweimal Personal. Mintal blieb für Gündogan draußen, Bieler ersetzte Judt links hinten.
Nürnberg begann die Partie, nicht gerade überraschend, defensiv eingestellt und stemmte sich mit einer diszipliniert agierenden Abwehr gegen die Angriffsversuche des Favoriten. Nach nervösem Beginn fingen sich die Franken immer mehr und begannen mit viel Leidenschaft dagegenzuhalten, sorgten zudem mit zwei Kontern für die ersten wirklichen Offensiv-Aktionen der Partie. Doch Butt im Bayern-Tor entschärfte Schüsse von Risse (18.) und der einzigen Nürnberg Spitze Vidosic (19.) souverän.
Das waren aber auch die einzig nennenswerten Angriffe der Gäste bis zum Pausenpfiff - die Bayern zogen an und spielten geduldig auf das Führungstor. Das Manko hierbei - es fehlte an zielstrebig und schnell vorgetragenen Aktionen, um den Club in arge Verlegenheiten zu stürzen.
Erst nach einer halben Stunde drückte der Rekordmeister auf das Gaspedal. Gomez köpfte eine Müller-Flanke nur an die Latte (31.), dann kam der Jungstar selber in gute Position, scheiterte aber an einem mit Bravour haltenden Schäfer (33.). Zwei Distanzschüsse noch von Schweinsteiger (36., 38.), dann hatte der FC Bayern sein Pulver vor der Halbzeit auch schon verschossen. Es ging torlos in die Kabinen.
Nach der Pause, nun mit Superstar Ribery für Gomez, verstärkten die Bayern den Druck und zwangen den FCN tief in dessen Hälfte hinein. Und der Ertrag folgte prompt: nach einem schönen Pass von Müller überwand Olic Schäfer mit einem Flachschuss in die rechte Torhälfte (55.).
Der 1. FC Nürnberg machte auch nach dem Rückstand zunächst keinerlei Anstalten, von seiner Defensiv-Taktik abzuweichen. Bayern blieb dominant und verpasste durch Robben, schnell das zweite Tor nachzulegen (60.). Alles schien nun auf einen Heimsieg der Gastgeber hinzuweisen.
Doch eine Zuckerpass von Gündogan stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Der Nürnberger Youngster düpierte die versammelte Bayern-defensive und brachte den eingewechselten Choupo-Moting glänzend ins Spiel. Eine Viertelstunde vor dem Abfiff stand es wieder unentschieden.
Bayern reagierte wütend, kam über Klose (77.) und Tymoshchuk (78.) gefährlich auf. Vier Minuten später war es dann aber Abwehrmann van Buyten, der mit seinem ersten Liga-Treffer die Weichen wieder auf Sieg für München stellte. In den Schlussminuten ließen sich die Münchner dann den hauchdünnen Vorsprung nicht mehr nehmen und gingen mit einem Sieg in das erste Oktoberfest-Wochende.
Die Bayern müssen am kommenden Samstag zum HSV, zuvor empfangen die Münchner noch RWO am Dienstag in der heimischen Arena zu Fröttmaning im DFB-Pokal. Nürnberg spielt in der Liga am Freitag zu Hause gegen Bochum, muss aber auch erst das Pokalduell am Dienstag zu Hause gegen Hoffenheim hinter sich bringen.
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